Netzwerkdurchsetzungsgesetz: Breites Bündnis wendet sich mit Appell an Fraktionen, Rechtsausschuss und EU-Kommission
Vor gut zwei Wochen brachte eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden, netzpolitischen Vereinen, Bürgerrechtsorganisationen und Rechtsexperten mit einer Deklaration für Meinungsfreiheit (https://deklaration-fuer-meinungsfreiheit.de) ihre Sorge um die Auswirkungen des vom Bundeskabinett verabschiedeten Netzwerkdurchsetzungsgesetzes zum Ausdruck.

Am Freitag dieser Woche wird der Bundestag in erster Lesung über den Gesetzentwurf beraten. Aus diesem Anlass hat sich die Allianz für Meinungsfreiheit heute schriftlich an die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und SPD, an die Mitglieder des Rechtsausschusses sowie an den Vizepräsidenten der EU-Kommission gewandt.

In den Schreiben warnen die Bündnispartner erneut vor einem gesetzgeberischen Schnellschuss, der die Ursachen strafbarer menschenfeindlicher Hetze gänzlich außer Acht lässt und zugleich den offenen Meinungsaustausch im Netz gefährdet. Neben der Auslagerung strafrechtlicher Prüfungen auf Unternehmen bemängelt die Allianz des Weiteren auch die Unvereinbarkeit des Gesetzes mit dem EU- und dem Verfassungsrecht.

Abschließend appellieren die Bündnispartner an die Parlamentarier, das Gesetzesvorhaben kritisch zu überdenken. Zugleich plädieren sie für eine gesamtgesellschaftliche Lösung, die von Zivilgesellschaft, Internetwirtschaft und Politik in einem strukturierten Prozess gemeinsam erarbeitet wird.

LOAD: Für die Ächtung von Cyberwaffen

| 15.05.17 @ 21:24 -- upr

LOAD: Für die Ächtung von Cyberwaffen

München, Berlin, Fort Meade: Zu den jüngsten Cyberattacken durch den Virus WannaCry erklärt LOAD e.V., der Verein für liberale Netzpolitik:
Eine der wesentlichen Ursachen für solche Cyberüberfälle sind die von der den Geheimdiensten absichtlich geheim gehaltenen Sicherheitslücken, die als Cyberwaffen eingesetzt werden können.


Digitale Kampfmittel (sog. “Cyberwaffen”) können eben nicht zielgerichtet eingesetzt werden. Wenn eine  Cyberwaffe in die falschen Hände gerät, dann sind Kollateralschäden systembedingt unvermeidbar, nicht bezifferbar und haben immer globale Auswirkungen. Cyberwaffen kann man auch nicht wegschließen, da diese im Internet wirken und prinzipbedingt nicht in Waffenschränken gelagert werden können, ohne dass der Waffenschrank eine Internetverbindung hat. Daher fordern wir für Cyberwaffen den selben Umgang wie mit Chemiewaffen oder Nukelarwaffen – multilaterale Abrüstung und internationale Ächtung!  

Ein Großteil des digitalen Waffenarsenals 2013 von der NSA ist an die Öffentlichkeit gelangt. WannaCry ist nur die aktuell sichtbare Spitze des Eisbergs. Neben den prinzipiell unvermeidbaren Kollateralschäden gibt es keine sicheren “Waffenschränke” für digitale Kampfmittel, d. h. Geheimdiensten kann nicht zugetraut werden, dass sie Cyberwaffen verantwortungsvoll wegschließen. Wer diese Cyberwaffen außer den Programmierern von WannaCry noch eingesetzt hat, werden wir wohl nie erfahren. Die Konsequenz muss sein, dass weder Geheimdienste noch Staaten solche digitalen Kampfmittel besitzen dürfen. Darüber hinaus müssen die Sicherheitslücken, auf denen diese Cyberwaffen basieren, gesetzlich verpflichtend veröffentlicht werden. Das ist dann der erste Schritt zur Entschärfung dieser Waffen.

Die betroffenen Behörden, Unternehmen und Privatleute sollten Schadenseratz einklagen können, vollständige Haftungsübernahme von der NSA und eine sofortige Einstellung der Praxis der Geheimhaltung von Sicherheitslücken!

Geheimdienste haben die Aufgabe, für unsere Sicherheit zu sorgen, nicht die Sicherheit der Allgemeinheit zu unterminieren. Folglich müssen Geheimdienste Sicherheitslücken sofort melden, anstatt die Öffentlichkeit (inkl. Krankenhäuser, Behörden, Gerichte, Stromanbieter, Bahn, Telekom, uvm.) absichtlich angreifbar zu machen und so die eigene Bevölkerung in direkte Gefahr zu bringen. Dieses Vorgehen ist unter Hackern verbreitet und sollte auch von Geheimdiensten befolgt werden. 

Vor gut zwei Wochen brachte eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden, netzpolitischen Vereinen, Bürgerrechtsorganisationen und Rechtsexperten mit einer Deklaration für Meinungsfreiheit ihre Sorge um die Auswirkungen des vom Bundeskabinett verabschiedeten Netzwerkdurchsetzungsgesetzes zum Ausdruck. Am vergangenen Donnerstag hat sich das Bündnis zu einem Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Ulrich Kelber im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz getroffen.

In dem Gespräch warnten die Bündnispartner erneut vor einem gesetzgeberischen Schnellschuss, der die Ursachen menschenfeindlicher Hetze gänzlich außer Acht lässt und zugleich den offenen Meinungsaustausch im Netz gefährdet. Statt strafrechtliche Prüfungen auf Unternehmen auszulagern und damit die Privatisierung der Rechtsdurchsetzung voranzutreiben, plädierte die Allianz für eine gesamtgesellschaftliche Lösung, die auf einer sorgfältigen wissenschaftlichen Untersuchung der Phänomene „Hate Speech“ und „Fake News“ beruht.

Aus Sicht des Bündnisses gibt es keinen sachlichen Grund, das Netzwerkdurchsetzungsgesetz nun kurz vor der Bundestagswahl in aller Eile zu verabschieden. Die Vertreter der Allianz regten daher an, baldmöglichst einen runden Tisch einzurichten, an dem Politik, Zivilgesellschaft und Unternehmen gemeinsam daran arbeiten, wirksame und in rechtsstaatlicher Hinsicht unbedenkliche Ansätze zur Bekämpfung von Hassbotschaften und strafbaren Inhalten im Netz zu finden.

In Reaktion auf die Verabschiedung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) durch das Bundeskabinett am 5. April 2017 bringt eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden, netzpolitischen Vereinen, Bürgerrechtsorganisationen und Rechtsexperten ihre Sorgen um die Auswirkungen auf den öffentlichen Diskurs in Deutschland zum Ausdruck. In einer gemeinsamen “Deklaration für die Meinungsfreiheit” warnen sie vor den katastrophalen Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit, sollte das NetzDG vom Bundestag verabschiedet werden.

 


Die Unterzeichner sind der Auffassung, dass eine politische Gesamtstrategie notwendig ist, um das Aufkommen von Hassrede und absichtlichen Falschmeldungen im Netz einzudämmen. Sie erkennen an, dass Handlungsbedarf besteht, aber der Gesetzentwurf genügt nicht dem Anspruch, die Meinungsfreiheit adäquat zu wahren. Im Gegenteil, er stellt die Grundsätze der Meinungsfreiheit in Frage.

Die Deklaration findet man im Web unter http://deklaration-fuer-meinungsfreiheit.de


Zu den unterzeichnenden Organisationen zählen:

  • Amadeu Antonio Stiftung
  • Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
  • BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.
  • Bundesverband Deutsche Startups e.V.
  • Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.
  • Bundesverband IT-Mittelstand e. V. (BITMi)
  • Chaos Computer Club e. V.
  • cnetz – Verein für Netzpolitik e. V.
  • D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e.V.
  • Digitale Gesellschaft e. V.
  • DJV – Deutscher Journalisten-Verband e.V.
  • eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.
  • Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM)
  • Internet Society, German Chapter (ISOC.DE) e.V.
  • LOAD e.V.
  • Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.


Weitere Unterzeichner sind:

  • Dr. Ulf Buermeyer, LL.M., Vorsitzender der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)
  • Dr. Frederik Ferreau, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität zu Köln
  • Jörg Heidrich, Rechtsanwalt
  • Prof. Dr. Jeanette Hofmann, Politikwissenschaftlerin
  • Prof. Dr. Thomas Hoeren, Rechtswissenschaftler
  • Prof. Niko Härting, Rechtsanwalt
  • Jan Mönikes, Rechtsanwalt
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Ingolf Pernice, Rechtswissenschaftler
  • Stephan Schmidt, Rechtsanwalt

LOAD e.V.: Heiko Maas will Facebook als Hilfssheriff

Bundesjustizminister Heiko Maas hat ein Gesetz zu Hate Speech und Fake News auf den Weg gebracht und bereits begonnen, den Entwurf heimlich in Brüssel zu notifizieren.  Minister Maas, der sich bereits als Befürworter der Vorratsdatenspeicherung hervorgetan hat, will Betreiber von Social Media Plattformen dazu zwingen, illegale Inhalte ihrer User ohne staatsanwaltlichen oder richterlichen Beschluss zu löschen.
Hierzu kommentiert Jimmy Schulz, Vorsitzender von LOAD e.V.: “Herr Maas will staatliche Aufgaben der Staatsanwaltschaft privatisieren. Private Unternehmen sollen feststellen, ob ein Text, Bild oder Video irgendeinem, der in der Liste genannten Gesetzen widerspricht. Das ist eine Bankrotterklärung des Staates, wenn er diese Aufgabe nicht mehr erfüllen kann. Dies wird dazu führen, dass die Unternehmen wie Facebook aus Angst vor Strafen sicherheitshalber mehr löschen als notwendig, um nicht dem Risiko hoher Strafen ausgesetzt zu werden. Das ist der Beginn vom Ende der Meinungsfreiheit im Netz, weil nur noch allerseits akzeptierte ‘politisch korrekte’ Aussagen veröffentlicht werden können.”

Uwe Probst, Gründungs- und Vorstandsmitglied von LOAD e.V. gibt zu Bedenken: “Wie soll dies in der Praxis umgesetzt werden? Bei Textnachrichten ist eine Vorabüberprüfung mit modernen Programmen vielleicht noch möglich. Aber wer wirklich Fake News und Hate Postings platzieren will, findet immer wieder Lösungen, um automatische Programme zu umgehen. Noch problematischer wird das bei Bild- und Videodateien. Von den schönen schnellen Onlinemedien wechseln wir wieder zurück in die prädigitale Zeit, wo eine Veröffentlichung einige Stunden und Tage gedauert hat.”

 

 

LOAD e.V. ist ein Verein für liberale Netzpolitik, der sich für den Schutz der Freiheit im Internet einsetzt. LOAD ist Denkfabrik und Interessenvertretung und fördert die aktuellen und zukünftigen Netzbürgerinnen und Netzbürger bei der Verwirklichung ihrer Grundrechte. Wir werden den gesellschaftlichen digitalen Wandel konstruktiv unterstützen. Unsere Grundwerte sind Freiheit, Eigenverantwortung und das vorurteilsfreie Interesse an Neuerungen.
Weitere Informationen unter www.load-ev.de
Pressekontakt:
Uwe Probst
Schriftführer

uwe.probst [at] load-ev.de

Einreichung der Verfassungsbeschwerde gegen die VDS

Am Montag, den 28. November 2016 hat Digitalcourage die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung eingereicht. LOAD ist natürlich auch dabei. Die Berliner Rechtsanwältin Julia Hesse vertitt uns in Karlsruhe.

Foto: Tom Kohler CC BY SA 3.0 http://tomkohler.de

 

Bereits im Jahr 2010 hatte das Bundesverfassungsgericht über den Vorgänger der diesjährigen Vorratsdatenspeicherung zu entscheiden. Eines der Hauptargumente, die dieses Gesetz kippten war, dass eine Vorratsdatenspeicherung zwar noch möglich sei, es aber auf die Überwachungsgesamtrechnung ankäme. Die Frage, wie viele Überwachungsmaßnahmen es insgesamt gibt, spielte eine erhebliche Rolle. Wenn man sich nicht nur in die aktuellen Gesetzesänderungen anschaut, sondern auch wie weit die technische Entwicklung ist und welche anderen Überwachungsmaßnahmen bis heute beschlossen wurden, ist klar, dass diese Gesamtrechnung weit überzogen ist.

Die Verfassungsbeschwerde richtet sich auch daher bereits gegen die Erhebung der Daten. Denn – so argumentiert auch Julia – wecken Daten immer Begehrlichkeiten. Die Streubreite an Datensammlungen heutzutage wurden bereits von weiteren nationalen Verfassungsgerichten und dem Europäischen Gerichtshof als völlig unverhältnismäßig eingestuft.

Wir sind gespannt, wie es weiter geht mit der Klage und werden auf jeden Fall dran bleiben!

Blogeintrag von Digitalcourage: https://digitalcourage.de/blog/2016/klage-gg-vds-eingereicht

Text der Verfassungsbeschwerde: https://digitalcourage.de/sites/default/files/users/161/digitalcourage-verfassungsbeschwerde-gegen-vds.pdf

LOAD beteiligt sich an Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung

Am Montag, dem 28. November 2016 wird Digitialcourage seine Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung einreichen. Auch LOAD beteiligt sich daran, auch ein zweites Mal die Totalüberwachung in Karlsruhe zu Fall zu bringen.

Dazu erklärt Jimmy Schulz, Vorsitzender des Vereins für liberale Netzpolitik – LOAD e.V.:
„Die Vorratsdatenspeicherung ist auch in der neuen Version von 2015 eine Totalüberwachung jedes Bürgers. Unser Rechtssystem beruht auf der Unschuldsvermutung. Eine anlasslose Totalüberwachung aller Menschen widerspricht diesem Grundsatz fundamental. Das akzeptieren wir nicht! Wir sind fassungslos und entrüstet, dass Deutschland diesen Zombie wiederbelebt hat.“

Julia Hesse, LL.M., Rechtsanwältin aus Berlin, vertritt LOAD e.V. offiziell bei der Verfassungsbeschwerde. Sie führt dazu aus: „Die Vorratsdatenspeicherung stellt nicht nur für Personen, die Berufsgeheimnisträger sind, eine ständige Gefahr dar, sondern für jede.n Bürger.in, weil die ständige und lückenlose Überwachung eine massive Bedrohung der individuellen Freiheit ist. Umso mehr freue ich mich, dass sich inzwischen fast genauso viele Bürger.innen angeschlossen haben wie bei der letzten Verfassungsbeschwerde. Dies ist ein starkes Signal der Bürger gegen die ständig wachsende Überwachung.“

Hintergrund:

Digitalcourage e.V. setzt sich für Informationsfreiheit und Datenschutz ein. Der Verein zieht gegen die Vorratsdatenpeicherung vor das Bundesverfassungsgericht. Inzwischen hat das Aktionsbündnis schon fast so viel Unterstützung gesammelt wie bei der erfolgreichen Verfassungsbeschwerde 2008. Die neue Verfassungsbeschwerde kann noch bis Sonntag, 27. November 2016, um 24:00 Uhr mit gezeichnet werden: https://digitalcourage.de/weg-mit-vds
Die Pressemitteilung von Digitalcourage finden Sie hier: https://digitalcourage.de/presse/pressemitteilungen/pressekonferenz-zur-verfassungsbeschwerde-gegen-vorratsdatenspeicherung

Pressekonferenz zur Verfassungsbeschwerde

Datum: Montag, 28. November 2016
Ort: Schlosshotel Karlsruhe, Bahnhofplatz 2
Zeit: 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Kontakt vor Ort: 0175-984 99 33

anwesend sind:

RA Meinhard Starostik, Berlin
padeluun, Digitalcourage, Bielefeld
Prof. Dr. Frank Überall, Journalist, Vorstand Deutscher Journalistenverband (DJV)
Julia Hesse, LL.M., Rechtsanwältin, LOAD e.V., Berlin
Dr. Patrick Breyer, Jurist, Arbeitskreis gegen Vorratsdatenspeicherung, Kiel
Dr. Rolf Gössner, Rechtsanwalt und Publizist, Internationale Liga für Menschenrechte
Peer Heinlein, mailbox.org, Berlin
Katharina Nocun, Beirat Whistleblower Netzwerk, Berlin

Übergabe der Verfassungsbeschwerde

ab 12:30 Uhr: Übergabe der Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht
Fotos finden Sie auf: digitalcourage.de

Teilnahme an der Pressekonferenz via Telefon:

Pressekonferenz live ab 11:00 Uhr mithören:
Tel: 0221-98203420
Zugangscode: 677360#

Über LOAD e.V.:

LOAD e.V. ist ein Verein für liberale Netzpolitik, der sich für den Schutz der Freiheit im Internet einsetzt. LOAD ist Denkfabrik und Interessenvertretung und fördert die aktuellen und zukünftigen Netzbürgerinnen und Netzbürger bei der Verwirklichung ihrer Grundrechte. Wir werden den gesellschaftlichen digitalen Wandel konstruktiv unterstützen. Unsere Grundwerte sind Freiheit, Eigenverantwortung und das vorurteilsfreie Interesse an Neuerungen.

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Schriftführer
uwe.probst [at] load-ev.de

 

Karrikatur von Heiko Sakorai

Karrikatur von Heiko Sakorai

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Mit dem gestrigen Tag sind die Verträge der US Regierung mit der Internet Verwaltung ICANN ausgelaufen. Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) koordiniert die Vergabe von einmaligen Namen und Adressen im Internet, hat ihren Hauptsitz in Los Angeles/Kalifornien und unterliegt somit US-Rechtsprechung. Damit ist auch der letzte kleine Rest des Zugriffs des US-Handelsministeriums auf die Verwaltung des Internets Geschichte.

Dazu erklärt Jimmy Schulz, Vorsitzender des Vereins für liberale Netzpolitik – LOAD e.V.: “Nach jahrelangen Bemühungen ist es uns gemeinsam gelungen, diesen letzten, aber symbolisch wichtigen Schritt zu gehen. Das Internet verwaltet sich nun frei von einseitiger staatlicher Kontrolle völlig selbständig. Das ist eine gute Nachricht für alle Internetnutzer.”

Erneut angefacht wurde die Diskussion um die Unabhängigkeit des Internets durch die Veröffentlichungen von Edward Snowden. In der darauf folgenden Internationalen Diskussion wurde erstmals eine vollständige Unabhängigkeit von US-amerikanischer Seite angeboten. Versuche von Staaten, der UN, Unternehmen und zuletzt von Donald Trump, den Prozess aufzuhalten, konnten abgewehrt werden.

“Das ist die wichtigste Veränderung für das Internet seit vielen Jahren”, so Jimmy Schulz. “Man wird von dieser Änderung im Alltag nichts merken, zum Glück. Denn die neuen Verträge garantieren weiterhin einen reibungslosen Betrieb hinter den Kulissen. Jedoch hätte jede andere Entscheidung eine Nationalisierung des Internets zur Folge gehabt. Der Geist des Netzes ist jedoch frei und grenzenlos. Die Chancen, dass sich das Internet weiter als Motor der Freiheit entfalten kann sind damit gestiegen!” folgert Schulz, der die Debatte innerhalb der ICANN die letzten Jahre aktiv mitgestaltet hatte.

Die 1998 gegründete ICANN organisiert die Verteilung von Domainnamen und IP Adressen und ist damit wesentlicher Bestandteil der Internetverwaltung. Diese wird geleitet und kontrolliert von einer Art “rundem Tisch”, an dem alle Interessengruppen gehört werden und Stimmrecht haben. In diesem sog. Multistakeholder-Modell sind Unternehmen, Staaten, Verbände und Bürgerrechtsorganisationen ebenso wie die Enduser vertreten. LOAD engagiert sich seit Jahren in diesem Prozess als offiziell akkreditierte Organisation innerhalb der ICANN.

Der LOAD Vorsitzende Jimmy Schulz vertritt als einer von 15 stimmberechtigten Mitglieder im ICANN At-Large Advisory Committee (ALAC) die Rechte und Interessen der 3,5 Mrd Internet-Userinnen und User.


LOAD e.V. ist ein Verein für liberale Netzpolitik, der sich für den Schutz der Freiheit im Internet einsetzt. LOAD ist Denkfabrik und Interessenvertretung und fördert die aktuellen und zukünftigen Netzbürgerinnen und Netzbürger bei der Verwirklichung ihrer Grundrechte. Wir werden den gesellschaftlichen digitalen Wandel konstruktiv unterstützen. Unsere Grundwerte sind Freiheit, Eigenverantwortung und das vorurteilsfreie Interesse an Neuerungen.
Weitere Informationen unter www.load-ev.de
Pressekontakt:
Uwe Probst
Schriftführer
uwe.probst [at] load-ev.de

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Mit Bernd Schlömer hat die liberale Netzpolitik endlich wieder einen Parlamentarier. Seit 2014 bündeln sich unter der Leitung von Jimmy Schulz im Verein für liberale Netzpolitik die Befürworter weitestgehender Freiheit in der digitalen Welt.

Seit Sonntag gibt es nun das erste LOAD-Mitglied in einem deutschen Parlament: Bernd Schlömer wurde über die Liste Friedrichshain-Kreuzberg der FDP ins Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt. Schlömer war von 2012 bis 2013 Bundesvorsitzender der Piraten und ist seit 2015 Mitglied der Freien Demokraten.

„Wir gratulieren Bernd zur Wahl und freuen uns über den ersten LOADie in einem deutschen Parlament. Wir werden ihn in seinem Kampf gegen anlasslose Überwachung, mit sich selbst beschäftigter Senatsbürokratie und gegen die bürgerunfreundliche IT der Berliner Behörden unterstützen,“ verspricht Jimmy Schulz. „Bernd wird einen neuen Stil ins Abgeordnetenhaus einbringen. Wir schätzen seine sachliche, konstruktive und analytisch messerscharfe Art, mit der er netzpolitische Themen angeht.“

LOAD e.V. ist ein Verein für liberale Netzpolitik, der sich für den Schutz der Freiheit im Internet einsetzt. LOAD ist Denkfabrik und Interessenvertretung und fördert die aktuellen und zukünftigen Netzbürgerinnen und Netzbürger bei der Verwirklichung ihrer Grundrechte. Wir werden den gesellschaftlichen digitalen Wandel konstruktiv unterstützen. Unsere Grundwerte sind Freiheit, Eigenverantwortung und das vorurteilsfreie Interesse an Neuerungen.
Weitere Informationen unter www.load-ev.de
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Uwe Probst
Schriftführer
uwe.probst [at] load-ev.de

Wie ein Rechercheverbund aus NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung berichtet hat, sollen die Etats des Bundesamtes für Verfassungsschutz und der des BND folgendes Jahr um 18 bzw. 12 Prozent wachsen. Begründet wird der Wunsch nach massiv mehr Geld mit der Notwendigkeit der „Entschlüsselung nicht-standardisierter Kommunikation“. Ein neues Projekt namens „Panos“ soll zielgerichtet Messenger-Dienste abgreifen können.
Der Verfassungsschutz würde seinen Etat aus dem Jahre 2000 mit der neuen Erhöhung verdreifachen, wie tagesschau.de berechnet hat.

Der netzpolitische Verein LOAD reagiert mit Fassungslosigkeit auf die bekannt gewordenen Pläne.

Hierzu erklärt der Vorsitzende von LOAD e.V. Jimmy Schulz: „Es ist nicht Aufgabe von Geheimdiensten, sich ein technisches Wettrüsten mit Bürgern zu liefern, das ohne Gewinner endet. Derzeit legt sich die Idee eines Generalverdachts aller Bürger wie Mehltau auf unsere Freiheitsrechte.“

LOAD e.V. weist darauf hin, dass es selbstverständlich möglich ist, seine Bürger komplett zu überwachen – dies jedoch nur um den Preis unser aller Freiheit. Steuergelder dürfen nicht dazu missbraucht werden, Geheimdienste zum „Big Brother“ aufzublähen.

„Es ist jetzt die Aufgabe des Parlaments, den überzogenen Wünschen der Geheimdienste einen Riegel vorzuschieben. Geheimdienste sind zwar notwendig, dürfen jedoch kein Eigenleben entwickeln, das sich der Kontrolle von Bundestag und Justiz entzieht. Wir brauchen kein zweites Homeland Security!“ führt Schulz weiter aus.

Der Verein für liberale Netzpolitik LOAD e.V. ruft zur Wachsamkeit und Transparenz auf, um die Entstehung ungebändigter Geheimdienste, die als Staat im Staate agieren, zu verhindern.