LOAD: Abschaffung von LiMux wäre ein Rückschritt

“München ist heute ein Vorreiter beim Einsatz freier Software und offener Standards in der öffentlichen Kommunalverwaltung. Bestrebungen, diese Entwicklung rückgängig zu machen, sind ein unerfreulicher Schritt zurück in die Abhängigkeit eines einzelnen Anbieters.” meldet sich Uwe Probst, stellvertetender Vorsitzender des netzpolitischen Vereins LOAD e.V. zu den jüngsten Überlegungen aus dem Münchner Rathaus zu Wort.

Wenn nun laut darüber nachgedacht wird, erneut auf die Bürokommunikationsplattform von Microsoft zu wechseln, stellt sich die Frage, ob die Daten der betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner ausreichend vor dem Zugriff ausländischer Geheimdienste geschützt sind. Microsoft wird aktuell an seinem Stammsitz USA durch dortige Gerichte und Geheimgerichte gegen seinen Willen gezwungen, die Daten seiner Kunden im Ausland den amerikanischen Auslandsgeheimdiensten zugänglich zu machen.

Probst weiter: “Mit erfolgreicher Inbetriebnahme von LiMux im Dezember 2013 hatte die Stadt München nach zehn Jahren Entwicklungszeit auf ein Linux-basiertes Arbeitsplatzsystem umgestellt. Durch das LiMux-Projekt hat München eine nationale und internationale Vorbildrolle bei der Modernisierung seiner IT-Infrastruktur hin zu offenen Standards eingenommen. Diese Standards, wie zum Beispiel ODF (Open Document Format), sollten weiterhin bestimmend bei der Nutzung von Informationssystemen der öffentlichen Verwaltung bleiben.”

Derzeit ist es unverständlich, was Kommunalpolitiker dazu bewegt, den eingeschlagenen Weg zu verlassen. Die aktuell veröffentlichten Gründe, im wesentlichen der Komfort der Anwender, sind jedenfalls nicht ausreichend.

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