Nachruf: Zum Tod von Jimmy Schulz

Wir trauern um unseren Weggefährten, Gründer und ehemaligen Vorsitzenden. Wir trauern um unseren Freund Jimmy Schulz. Nach langer schwerer Krankheit ist er im Alter von 51 Jahren am 25. November 2019 verstorben. 

Seinen großen Traum, beim Internet Governance Forum (IGF), das aktuell in Berlin stattfindet, über sein Herzensthema – die digitale Aufklärung – zu sprechen, konnte er sich leider nicht mehr erfüllen. Jimmy Schulz war ein Pionier der deutschen Digitalpolitik. Sein leidenschaftliches Engagement hierzulande, unter anderem durch die Gründung von LOAD e.V. – Verein für liberale Netzpoliik und durch seine Tätigkeit als Abgeordneter im Deutschen Bundestag und Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda, wie auch international durch sein Engagement als Mitglied im ALAC der ICANN und anderen nationalen und internationalen Gremien, war einzigartig und prägend. Er engagierte sich in zahlreichen Organisationen und Initiativen und sprach sowohl bei kleinen studentischen Gruppen und lokalen  politischen Veranstaltungen über die Bedeutung der Freiheit im Internet, als auch auf großen internationalen Bühnen. 

Die Bedeutung und Notwendigkeit einer globalen, von Regierungen unabhängigen Governance war ihm schon früh ein Anliegen, für das er sich aktiv einsetzte. Dass erstmalig Parlamentarier aus aller Welt beim IGF zusammenkommen und über die Zukunft der digitalen Welt diskutieren, war eines seiner letzten großen Projekte. Als überzeugter Liberaler setzte er sich für Selbstbestimmtheit und Bürgerrechte im Digitalen ein. Das Recht auf Verschlüsselung und der Schutz der Privatsphäre waren nur zwei der Themen, die sein politisches Handeln bis zuletzt geprägt haben. 

Jimmy Schulz war ein Kämpfer mit unglaublichem Mut und schier unendlicher Energie – nicht nur im Umgang mit seiner Krankheit. Bis zu seinem Tod füllte er sein Bundestagsmandat aus und saß dem Ausschuss Digitale Agenda vor. Er ließ sich nicht von seinen körperlichen Einschränkungen abhalten. Viel mehr noch nutzte er seine Krankheit, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir digitale Partizipationsmöglichkeiten brauchen, damit Menschen wie er am politischen und gesellschaftlichen Geschehen teilnehmen können. 

Jimmy Schulz konnte Menschen zusammenbringen und einen; ihnen und uns immer wieder das gemeinsame Ziel – eine digitale Zukunft zu gestalten, in der jeder selbstbestimmt im Sinne der kantschen Aufklärung agieren kann – vor Augen führen. Er bündelte Kräfte oft über Parteigrenzen hinweg, um Freiheit und Bürgerrechte zu sichern. Wir werden dies in seinem Sinne fortführen. 

Wir sind in Gedanken bei seiner Familie und Freunden.